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«Coeur animal» gewinnt Schweizer Filmpreis 2010

07.03.2010 von Reto

Die Gala im winterlichen Luzerner KKL bot einige Überraschungen. Der Preis für den besten Schweizer Film geht dieses Jahr an «Coeur animal» von Séverine Cornamusaz. Die Westschweizer Regisseurin konnte den Quartz am Samstagabend aus den Händen Bundesrat Didier Burkhalter entgegen nehmen. Der Kulturminister outete sich als grosser Filmfan. Er habe sich nicht nur «Coeur animal» angesehen, sondern schwärmte auch von «Invictus» von US-Regisseur und bald Schweizer Clint Eastwood.

«Coeur animal» erzählt die Geschichte von Bauer Paul, der seine Frau auf dieselbe Art zu behandeln scheint wie seine Tiere: brutal und ohne jegliche Zärtlichkeit. Letztere leidet unter Bauchschmerzen, was Paul zu der Überzeugung bringt, sie sei schwanger. Da seine Frau den harten Rhythmus des Berglebens nicht mehr mitmachen kann, engagiert er einen Spanier (Buil), der ihr bei den täglichen Aufgaben hilft, während auf ihre Niederkunft gewartet wird. Die Ursache der Bauchschmerzen haben aber ganz andere Gründe…

Roeland Wiesnekker («Der Fürsorger») war der Favourit für den Darstellerpreis, neben Antonio Buil («Coeur animal») und Bruno Ganz («Giulias Verschwinden»). Buil setzte sich durch und überzeugte in dem archaischen Drama von Séverine Cornamusaz als spanischer Knecht, der bei einem brutalen Bauern anheuert.
Sunnyi Melles «Giulias Verschwinden» ging leider leer aus und Melanie Winiger «Sinestesia» liebäugelt bereits mit einem Oscar. Den Quartz angelte sich jedoch die unbeschwerte Kinofilm Debutantin Marie Leuenberger «Die Standesbeamtin». Die 1980 geborene Baslerin und Wahlberlinerin bringt wertvolle Erfahrung aus dem Theater mit.

Der erfolgreichste Schweizer Kassenschlager von 2009 «Giulias Verschwinden» von Christoph Schaub ging trotz 5 Nominationen leer aus. Auch bei den Drehbuch-Autoren schnappte Frédéric Mermoud mit dem Thriller «Complices» Martin Suter den Quarz weg.
Die Preise wurden von einer Jury verliehen, die sich auf Empfehlungen der Mitglieder der Schweizer Filmakademie stützte. Der Quartz für den besten Dokumentarfilm ging an «Die Frau mit den 5 Elefanten» von Vadim Jendreyko, ein Porträt der renommierten Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier.

Die Auszeichnung für den besten Kurzfilm erhielt «Las Pelotas» von Chris Niemeyer. In der Komödie geht es um zwei fussballverrückte Ehepaare, die sich auf einen Partnertausch einlassen, um den künftigen Top-Scorer zu zeugen.

Die Jury hat ausserdem einen Spezialpreis an Kameramann Stéphane Kuthy («Tannöd») verliehen. Er bedankte sich bei der Entgegennahme des Preises insbesondere bei seiner Frau Bettina Oberli, der Regisseurin von «Tannöd».



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